Models Island – Episode 2 #Kurzgeschichte #Models #lesen

#Kurzgeschichte #Models #lesen

Hallo, ihr Lieben,

es ist mal wieder Zeit für eine weitere Episode von „Models Island“. 🙂 Die erste Episode hatten wir am 23.04.2016 gepostet.

Was bisher geschah:
Fünfzehn Supermodels von Weltrang stürzen auf dem Weg zur größten Modelshow nach Dubai, bei der das schönste Model der Welt gekürt werden soll, über einem merkwürdigen Eiland ab. Dort vollkommen auf sich allein gestellt müssen die Models, allen voran ihre Anführerin Wanda, ersten Gefahren trotzen, die ihnen in Form von Schrumpfkopfsammlern entgegenstehen.

Episode 2

Wanda hatte sich als ihre Anführerin entpuppt, und irgendwie schaffte sie es, sich einen Weg an die Spitze der Modelsgruppe zu bahnen. Sie setzte ihnen ein erstes Ziel, indem sie mit ausgestrecktem High Heel verkündete: „Dort! Wir müssen es bis zu der kleinen bewaldeten Hügelkuppe schaffen. Dort im kleinen Wald können wir uns besser verstecken“, sagte sie schnaufend.
Die leicht lädierte Lydia folgte ihr mit nacktem Oberkörper als zweite. Ihre ausgezogene rote Lack-Korsage baumelte an ihrer rechten Hand. Das Bulimiemodel, welches auf den Namen Patrizia hörte, kam als dritte. Dann folgte der fluchende, keifende und um Hilfe schreiende Rest der abgewrackten Models.
„Los Mädels“, schrie Wanda, „zieht eure Stöckelschuhe aus, dann könnt ihr besser laufen. Außerdem könnt ihr sie als gefährliche Waffen einsetzen.“
Einige der Mädchen kicherten trotz der gefährlichen Situation. Patrizia reichte Wanda gönnerhaft einen Stöckelschuh, den sie aus einer riesigen Gucci-Handtasche zog, die merkwürdigerweise den Absturz überlebt hatte.
„Danke!“, sagte Wanda und alle stürmten auf Nylons oder barfuß die kleine Hügelkuppe hoch. Am Wald angelangt durchkämmten sie diesen mit ihren Schuhen bewaffnet nach gefährlichen Ureinwohnern. Als Wanda sich gerade einem kleinen Gebüsch näherte, passierte etwas Schreckliches.
Oberhalb des Gebüsches im Baum raschelte es und ein gefährlicher mit weißem Kalkstein von oben bis unten bestrichener, furchterregend aussehender Ureinwohner sprang auf Wanda zu. Diese wich geistesgegenwärtig zur Seite, sodass der gefährliche Kannibale zu Boden ging und seine umgehängte Schrumpfkopfkette nur so beinern klapperte. Wanda todesmutig zögerte nicht lange und gab ihm mit ihren zwei verschiedenartigen Pumps Saures. Sie hieb mit den spitzen Absätzen zielsicher in Richtung seines weiß gekalkten Gesichts und landete zwei Volltreffer. Sie traf ihn mit den spitzen Pfennigabsätzen direkt in die Augen, die aufplatzten wie ein reifes Ei. Einige der Mädels schrien vor Entsetzen, andere feuerten sie an, ihm weiter Saures zu geben. Lydia gab nur spitze Schreie von sich.
Der Eingeborene, wild um sich schlagend, schrie wie am Spieß. Dann erschlaffte er und lag plötzlich vollkommen still auf dem Boden. Wanda stupste ihn kurz an. Er rührte sich nicht mehr. Anscheinend war er tot.
Lydia schrie Wanda an: „Klasse, Volltreffer!“, sagte sie zynisch. „Jetzt werden wir wahrscheinlich seine ganze Sippe am Hals haben. Los, wir schaffen ihn ins Gebüsch und bedecken ihn mit Laub, damit ihn so schnell keiner entdeckt.“
Gesagt, getan. Alle Models halfen, den Schrumpfkopfsammler und augenscheinlichen Kannibalen ins nahegelegene Gebüsch zu schaffen und bedeckten ihn mehr schlecht als recht mit abgefallenen Zweigen und Laub. Ein kleiner Hügel am Boden war entstanden, unter dem niemand aufs Erste den Eingeborenen vermutete. Alsdann schritt Wanda munter ans Werk und bahnte sich mit ihren Pumps, die sie wie Macheten einsetzte, einen Weg durch das Urwalddickicht. Die Topmodels folgten ihr wie eine Kohorte.
Sie gelangten nach geraumer Zeit an einen wunderschönen still daliegenden See. Ein paar Bäume umrankten die See-Idylle. Der See ruhte in sich selbst. Das absolute Highlight war der Wasserfall, der der Szenerie eine paradiesische Atmosphäre verlieh. Die Topmodels verschwitzt und zerschunden sowie verdreckt vom davorliegenden Flugzeugabsturz konnten einfach nicht widerstehen und warfen eine nach der anderen ihre Modelkleider beziehungsweise das, was von ihnen übrig war, sowie ihre Pumps ab und stiegen splitternackt ins kühle Nass. Es dauerte nicht lange und einige bespritzten sich vergnügt mit dem frischen Wasser. Andere schwammen frohlockend umher, während andere ihre verspannten Schultern von dem idyllischen Wasserfall massieren ließen und dabei wohlig aufstöhnten.
Gerade wollten die nun erholten Topmodels wieder an Land schwimmen, als sie den Ruf eines merkwürdigen käuzchenartigen Vogels hörten. Alle Köpfe drehten sich fragend und suchend nach dem rufenden Vogel um. Dies war der Moment, als eine Anzahl von Hundert Schrumpfkopfsammlern am Fuße des Sees eintrafen. Sie trugen eine mächtige Sänfte, in der eine verhüllte alte Frau saß, die sie wild gestikulierend herumkommandierte. Einige der nur mit einem Lendenschurz bekleideten Eingeborenen gingen auf die am Ufer des Sees herumliegenden Modelkleider zu, hoben diese auf inklusive der dreckigen Modelunterwäsche und rochen daran. So etwas hatten sie noch nie zuvor gesehen. Sie zogen und zerrten an den Büstenhaltern wie an einem Expander, und manche von ihnen zogen sich die Miederhöschen unter lautem Gegacker über den Kopf. Einer von ihnen versuchte sogar, die Unterwäsche zu essen.
Ein Eingeborener hielt ein Stöckelschuh in der Hand und war offensichtlich der Meinung, dass er ein Werkzeug war. Denn er war gerade dabei, mit dessen Absatz auf eine von einer Kokospalme gefallene Kokosnuss einzuhämmern, und als er die Frucht letztendlich aufbekam, machte sein erstaunter Gesichtsausdruck einem freudigen zahnlosen Lächeln Platz. Ein anderer war scheinbar der Meinung, dass eine schwarze Leggings eine giftige Schlange sei, und „tötete“ sie, indem er sein Speer treffsicher auf das Kleidungsstück warf.
Die Models schrien alle vor lauter Angst um ihre ihnen zuletzt verbliebenen Haute Couture Kleidungsstücke auf. Sie rannten aus dem Wasser nur mit ihren Armen notdürftig ihr Blöße zu bedecken und wollten retten, was zu retten war. Doch die Schrumpfkopfsammler gaben ihre neu errungene Beute nicht wieder her.
Da wurde die Sänfte mit der alten in weißen vermummten Frau abgesetzt, die zahnlos kicherte und einmal in die Hände klatschte. Mit schriller Stimme schrie sie befehlend auf die hilflose Modelschar: „Kommt näher, meine Täubchen! Kommt zu Mama Priscilla.“ Sie kicherte wie eine Verrückte. „Euch wird kein Haar gekrümmt, denn wir haben einiges mit euch vor …!“
Die gebräunten Models erbleichten unter der hell auf sie herunterscheinenden tropischen Sonne …

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