Models Island – Episode 3 #Kurzgeschichte #Models #lesen

#Kurzgeschichte #Models #lesen

Hallo, ihr Lieben,

Lust, auf eine weitere Episode von „Models Island“? 🙂 Die zweite hatten wir am 01.05.2016 gepostet.

Was bisher geschah:

Nachdem die Elite der weltweiten Topmodels nach einem Flugzeugabsturz auf einer geheimnisvollen Insel sich zurechtfinden muss, um dort ihr Überleben zu sichern, stoßen sie an einem großen See auf einen riesigen Schrumpfkopfsammlerstamm von dort lebenden Eingeborenen, die nur ein Ziel haben, sie für die Zwecke ihrer Herrin, der geheimnisvollen uralten Miss Priscilla, einzufangen und für deren Zwecke einzusetzen.

Episode 3

Wanda und der Rest der Topmodels reagierten sichtbar geschockt. Die alte Frau lachte schrill. Das Käuzchen, das zuvor seinen Ruf ausgesandt hatte, verstummte und flatterte erschreckt davon. Anscheinend spürte es das nahende Unheil, das von dieser bösen Miss Priscilla und ihren ihr ergebenen Dienern ausging. Die böse Energie, die sich über den ruhenden See gelegt hatte, war förmlich körperlich spürbar. Wanda fröstelte, eine leichte Gänsehaut überzog ihre nackten Arme.
„Bringt mir eine!“, sagte Miss Priscilla mit harter, aber schneidender Stimme.
Ein junges Modelgirl, das gerade mal zwanzig Lenze zählte, wurde von einem der Eingeborenen nach vorne gezerrt. Er war sehr dürr und knochig und sein hageres Aussehen stand im puren Widerspruch zu seiner körperlichen Stärke. Er hatte einen dürren langen weißen Knochen durch seine Nase seitlich gebohrt, was ihm ein sehr erschreckendes Äußeres gab. Bei der Sänfte angekommen, wurde das um Hilfe schreiende Model von dem Mann unbarmherzig hineingedrückt. Während die alte Frau die Vorhänge zuzog, wartete ihr Diener mit verschränkten Armen und grimmig dreinblickend davor.
Plötzlich hörte man hinter den Vorhängen einen markerschütternden Schrei, dem ein gieriges Schmatzen und Saugen folgte. Sekunden später vernahm man ein lautes wohliges Aufstöhnen. Als schließlich nach kurzer Zeit die Vorhänge der Sänfte wieder aufgezogen wurden, stockte Wanda und den anderen der Atem. Die wunderschönste junge Frau, die die Topmodels jemals in ihrem Leben erblickt hatten, entstieg der Sänfte. Sie war bildschön, hatte lange rasierte geschmeidige Beine und weizenblondes Haar, das ihr bis zum wohlgeformten Po reichte.
Die verwandelte junge Frau, die vormals die alte gewesen war, besaß dazu den rosigsten Teint, den Wanda jemals bei einem Menschen gesehen hatte.
Ein Model namens Tarya zischelte zu Wanda: „Das ist nahezu unmöglich. Das hier, was sie getan hat, ist ja besser als jedes Lifting!“
„Ja, aber zu welchem Preis?!“, schrie Wanda geschockt auf, als sie die ausgesaugte Frauenleiche in der Sänfte registrierte. Ein überwältigender Brechreiz stieg in ihr hoch, doch sie konnte ihn erfolgreich unterdrücken. Und sie war froh darüber, denn sie musste in dieser schrecklichen Situation Stärke bewahren, immerhin war sie die Anführerin der Modeltruppe und durfte keine Anzeichen von Schwäche zeigen.
Die sichtlich verjüngte Miss Priscilla ging auf ihren langen Beinen hurtig zu den Modelklamotten, mit denen manche der Eingeborenen noch spielten und sie untersuchten. Sie ging in die Hocke und begutachtete beinahe spielerisch die neuartigen modernen Kleider und Dessous einer Generation, die sie nicht kannte. „Erstaunlich“, gurrte sie mit melodischer samtweicher Stimme, „zu was die heutige Zeit und Modebranche alles fähig ist, absolut stillos und hässlich. Ich hätte nie gedacht, dass dieses neue Zeitalter so einen hässlichen Modestil gebiert. Es ist geradezu …“, sie runzelte die jungfräuliche makellose Stirn kurz wie eine leichte Welle, die sich über das ansonsten ruhige Meer legte und sich auch gleich wieder glättete, „… abscheulich!“
Die junge Frau stolzierte graziös in Richtung ihrer Sänfte. Noch im Gehen klatschte sie herrisch in die Hände und befahl zwei Eingeborenen, die auf die Namen Boo und Woo hörten, den „Müll“ zu entfernen. Sie taten, wie ihnen geheißen und zogen die ausgesaugte Frauenleiche zu einem nahe gelegenen Gebüsch. Anschließend ließ sich Priscilla von einem muskulösen Diener helfen, um in die Sänfte zu steigen. Als sie darin mit übereinandergeschlagenen Beinen Platz genommen hatte, sagte sie mit schneidender befehlender Stimme: „Los, ergreift sie – alle!“
„Ja, Herrin der Schädel!“, sagten alle wie im Chor und machten sich an die Arbeit.
„Und steckt sie in den rollenden Metallkäfig!“, sprach Priscilla weiter. „Wir begeben uns in meine Schädeloase. Dort werde ich ausreichend Verwendung für meine kleinen Täubchen haben.“
Wanda reagierte blitzschnell und wandte sich der verjüngten Frau zu, die hier auf dieser Insel herrschte und augenscheinlich Herrin über Leben und Tod war. „Ich habe Euch einen besseren Vorschlag zu unterbreiten, verehrte Herrin, ähm … Priscilla. Wisst Ihr, wir sind bei Weitem zu mehr gebrauchen als … Euch nur neue Energie zu geben und Euch zu verjüngen. Jetzt, da Ihr ohnehin schon … ähm, aufgefrischt seid, könnte Euch etwas Alltag in Eurem doch etwas eintönigen Inselallerlei guttun. Warum lasst Ihr Euch nicht von uns – wir sind die Crème de la Crème der Topmodels – ein Stück vorführen, das ,Auf dem Catwalk‘ heißt?! Hierzu werden wir auch diese eigenartige Kleidung tragen, die Euch seltsam anmutet und fremd vorkommt, und Euch unsere Künste vorführen. Wir können auch Buschklamotten tragen, wenn Ihr es wünscht!“
Einige der Mädels atmeten bei diesen Worten ihrer Anführerin vernehmlich laut ein und aus. Die Herrin der Schädel klatschte in die Hände und freute sich wie ein kleines Kind. „Sehr gut“, gurrte sie wie eine liebestolle Taube. „Trotzdem kommt ihr in den Käfig, damit ihr nicht die Fliege macht. Auf die Show freue ich mich jetzt schon.“
Alle Models erbleichten, und es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich von den Eingeborenen packen und in den Metallkäfig stecken zu lassen. Dann setzte sich die merkwürdige Karawane mit der wackelnden Sänfte voran, in der Priscilla, die Herrin der Schädel, ruhte, in Richtung Schädeloase in Bewegung. Im metallenen Käfig, der auf Rollen gezogen wurde und in dem sich alle Topmodels befanden, knirschte Wanda mit den Zähnen und dachte bei sich: „Hoffentlich fällt mir für unsere Modelshow etwas ein, das sie zufriedenstellt und so weit ablenkt, dass wir fliehen können.“
Tarya blickte sie nur mit großen aufgerissenen Augen an und sagte zynisch: „Echt tolle Idee, Wanda.“
Das ganze Geschehen beobachteten vier dämonisch aussehende Augen, die sich ganz in der Nähe hinter einer Sanddüne befanden. Ein Augenpaar gehörte einem muskulösen jungen Mann, der einen schwarzen Turban um seinen Kopf geschlungen trug, und auch ansonsten in einen bodenlangen schwarzen Herren-Kaftan gehüllt war. Auf seinem Rücken hingen übereinander gekreuzt in einem Gurt zwei gefährlich aussehende gezackte Krummschwerter.
Neben ihm stand sein Begleiter, ein kleiner muskulöser glatzköpfiger Zwerg, der nur einen roten Lendenschurz trug. Sein Mund war zugenäht worden. Er wirkte nicht minder gefährlich als sein Herr.
Dem Mann mit dem schwarzen Turban entrang sich ein zischender Laut, der beinahe einem Stöhnen ähnelte, als er vor sich hin lispelte: „Wunderschöne Frauen! Alles bald die meinigen. Sie werden den Harem von Jafar schmücken. Meinen Harem. Nicht wahr, Isnogud?“
Der glatzköpfige Zwerg machte wohlige Grunzlaute und klatschte vor Freude in die Hände über das, was sein Herr gerade gesagt hatte, und signalisierte ihm so seine Zustimmung. Dann machten sich beide an die unmittelbare Verfolgung der gefangenen Topmodels, die sich inmitten der Karawane befanden …

 

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