Weitere kurze Textpassage zu „Flocke und Schnurri 4“. Viel Spaß! :-) ~~~ #Kinderbuch #Moral #Tiere #Drachen #Buchserie

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Heute möchte ich euch gerne eine lustige Szene vom neuen Buch (Flocke und Schnurri 4), das bald erscheint, posten, die mir sehr viel Freude bereitet hat. Nun lernt ihr mal die Quasselblumen kennen.  Viel Spaß beim Lesen! (Der Text ist natürlich noch nicht lektoriert und kann sich gegebenenfalls noch ändern.)

„Weißt du vielleicht, wer etwas über dein Zauberbuch wissen könnte?“, wollte Schnurri wissen.
„Ich habe mal mitbekommen, dass Violetta und Lila, also die Quasselblumen dort drüben, darüber geredet haben, aber sie wollen es mir nicht sagen.“
„Quasselblumen?“, fragten die beiden Drachen kichernd. Sie konnten sich das Lachen nicht verkneifen, zu lustig war die Beschreibung der Pflanzen. Sie machten ihrem Namen alle Ehre, da sie tatsächlich pausenlos quatschten.
„Was ist so witzig daran?“, fragte die Schimäre irritiert.
„Die Bezeichnung ist einfach so passend“, sagte Schnurri und wischte sich die Lachtränen aus den Augen.
„Ach so, ja das ist sie. Aber ihr Geschnatter nervt tierisch. Sie reden sogar in der Nacht über Gott und die Welt. Als ich noch im Besitz meines Zauberbuches war, habe ich mir nicht anders zu helfen gewusst, als einen schalldichten Kopfhörer herbeizuzaubern, um endlich in Ruhe schlafen zu können. Jetzt ist die Lärmbelästigung noch schlimmer geworden, da sie sich nur streiten. In der Nähe des Waldes soll nämlich bald ein Pflanzenschönheitswettbewerb stattfinden und bevor ich den Bann über den Wald verhängt hatte, hatten sie sich als Mitglieder dort angemeldet. Genauer gesagt hatten sie einen Vogelboten geschickt. Aber das ist unsinnig, da sie überhaupt nicht teilnehmen können, auch wenn ich den Bann brechen würde. Sie sind Pflanzen und können doch nicht laufen. Auf jeden Fall streiten sie die ganze Zeit darüber, wer die Schönere sei, obwohl sie beide der Gattung Veilchen angehören und gleich aussehen. Es ist zum Verrücktwerden.“
„Wir kriegen das hin“, sagte Schnurri selbstbewusst. „Bis jetzt haben wir alles geschafft. Das ist bestimmt ein Kinderspiel für uns, oder Flocke?“
Dieser nickte zuversichtlich. „Bestimmt.“
Sofort machten sich die Drachenkinder auf den Weg zu den Blumen und je näher sie kamen, desto lauter wurden die Stimmen. Sie hielten einen ausreichenden Abstand zu ihnen ein, da sie nicht wussten, wie sie reagieren würden.
Schnurri hatte im Fach Ethik immer gute Noten geschrieben, und er wusste, dass ein guter Umgangston für ein Gespräch sehr wichtig ist, um gute Ergebnisse zu erzielen. Also begrüßte er die Pflanzen freundlich, er sprach etwas lauter, damit sie ihn auch hören konnten: „Meine sehr verehrten Damen, bitte entschuldigen Sie die Störung.“
Wie auf Kommando hörten die Blumen auf zu reden und drehten ihre Blüten in Richtung der Drachen.
„Was?“, fragte die rechte Pflanze, die einen rosanen Lippenstift trug, im ärgerlichen Ton. „Siehst du nicht, dass wir uns gerade in einer wichtigen Besprechung befinden, Drachenkind?“
„Du sagst es“, sprach die andere. „Aber wenn ihr schon mal hier seid, würde mich eure Meinung sehr interessieren. Violetta und ich – mein Name ist Lila – nehmen bald bei einem Schönheitswettbewerb teil. Sagt bitte meiner Konkurrentin, dass ich die Schönste bin. Sie will es einfach nicht wahrhaben. Die Anmeldung hätte sie sich wirklich sparen können.“
„Unerhört“, schimpfte Violetta und stemmte erbost die Blätter in den Stängel. „Ich bin die Schönste, und ich werde den Wettbewerb für mich entscheiden. Schau dich doch mal an, du kannst nicht einmal den Lippenstift richtig auftragen.“
„Ich werde gewinnen“, sagte die andere laut.
„Nein, ich.“
Jetzt wusste Schnurri, dass es auf keinen Fall ein Kinderspiel werden würde, die beiden Pflanzen zur Vernunft zu bringen. „Hört endlich auf zu streiten!“, ging Schnurri dazwischen. Und sie hielten tatsächlich den Mund. „Ihr wollt meine ehrliche Meinung hören? Ihr seid beide wunderschön.“
„Genau“, pflichtete Flocke ihm bei. „Wenn wir die Jury wären, würden wir euch beide zum Gewinner küren.“
„Ach wirklich?“, sagte Violetta und strich sich verlegen an ein Blütenblatt. Doch im nächsten Moment wurde sie wieder Ernst. „Wären. Würden. Die Realität sieht leider anders aus. Nur eine kann die schönste Blume von Dagor werden. Und nur eine schafft es auf das Cover des in der Pflanzenwelt heiß begehrten Gartenmagazins. Und das werde ich sein.“
„Vielleicht in deinen Träumen“, machte Lila ihrem Ärger Luft.
„Pah“, sagte Violetta, „du hast doch nicht mal die Hauch einer Chance. Ich werde den Titel holen!“
Nun platzte Schnurri endgültig der Kragen, so konnte es einfach nicht mehr weitergehen. Er machte sich Sorgen, dass sie in ihrem Zorn und ihrer Eifersucht mit ihren Blättern aufeinander losgehen und sich die Blüten aus dem Kopf herausreißen würden. So weit durfte es nicht kommen. „Meine Damen, bitte beruhigen Sie sich. Solange der Bann über den Wald verhängt ist, können Sie den Wald sowieso nicht verlassen.“
„Was sagst du da?“, fragte Violetta schockiert. „Was für ein Bann?“
„Der von Zodiac.“
„Das habe ich total vergessen“, sagte Lila.
„Ich auch“, sprach Violetta. „Wenn wir den Wald nicht verlassen können, dann können wir auch nicht beim Pflanzenschönheitswettbewerb teilnehmen.“
„Das ist das Ende“, sagte Lila geschockt.
„Damit Zodiac den Bann brechen kann“, sagte Schnurri, „benötigt er aber sein Zauberbuch. Weiß vielleicht einer von Ihnen, wo sich das Zauberbuch befindet? Bitte! Als Dank werden wir euch zum Wettbewerb tragen. Versprochen!“
Die beiden Blumen blickten sich kurz an und nickten schließlich. „Okay, abgemacht“, sagte Violetta. „Wir sagen euch, wo ihr das Buch findet, und im Gegenzug trägt ihr uns zum Wettbewerb.“
„Ein Eichhörnchen hat das Buch zur Weinweide gebracht“, sagte Lila. „Ihr findet sie nordöstlich von hier an einem kleinen Teich. Und nun geht, ich muss mich geistig auf den Wettbewerb vorbereiten.“ Die Blume schloss die Augen, hielt ihre Blätter vor ihrem Stängel und begann zu summen, als würde sie meditieren.
„Das wird dich auch nicht schöner machen“, sagte die andere Pflanze gehässig. Und der Streit begann wieder von Neuem.

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